Ausgabe 3. April 1945

Es war der 3. April 1945. Die kanadischen Truppen standen kurz vor Minden. Diese Zeitung – sie besteht nur aus zwei Seiten – dürfte die letzte gewesen sein, die die Bevölkerung im Mindener Land erhielt.

Siegen oder fallen war das Gebot, Überleben sollte keine Wahl sein.
Sogar deutsche Jungen und Mädchen sollten als letztes Aufgebot noch hinterrücks den Feinden Schäden zufügen.

Es waren nur wenige Tage vergangen, als am 28. März 1945 Minden einen verheerenden Bombenangriff erleiden musste. 40 Jahre später berichtete das Mindener Tageblatt:

Der Mindener Dom wurde ebenso zerstört, wie das Rathaus und weitere Teile der Innenstadt. Man hatte in Minden nicht mehr mit einem Angriff gerechnet Nur einen dürftigen Bericht brachten die Westfälischen Neuesten Nachrichten. Mit insgesamt 186 Toten rechnete man später

Der Krieg hat viel Opfer gefordert. Das zeigen auch die 25 Sterbeanzeigen in dieser Ausgabe der Zeitung, von denen 23 das schwarze Kreuz zeigen und damit ausdrücken, dass diese Menschen durch Kriegseinwirkung ums Leben kamen.
Was hier besonders auffällig war: Es fehlen bei allen Anzeigen – was früher noch üblich war – Formulierungen wie „in treuer Pflichterfüllung für den Führer“ oder ähnlich.

Ein Zeugnis für den Wahnsinn dieses Krieges.