Unser Dorf – ein Teufelswerk?

Wer etwas über Barkhausen erzählen will, kommt ohne den Teufel nicht aus. Ohne ihn wäre unser Dorf am Weserdurchbruch wohl nicht entstanden. Denn nicht einmal den hätte es gegeben.

Früher, lange vor der Gebietsreform, aus der die Stadt Porta Westfalica hervorging, vielleicht gar vor den Sauriern, die bei uns ihre Abdrücke hinterlassen haben, floss die Weser durch eine Lücke im Wall des Wiehengebirges, eben durch Wallücke. Ein Teufelsplan, das Loch mit einem dicken Felsbrocken zu verstopfen. Warum hatten die Menschen südlich des Berges dem Satan auch nicht hörig werden wollen! Nun sann er eben auf Rache.

Bald stand den Menschen das Wasser bis zum Hals. Halt! Wem eigentlich? Doch nicht den Barkhausern! Die lebten auf der anderen Bergseite. Nein, es waren die Hausberger, die ersäuft werden sollten! Der Herrgott indes hatte ein Einsehen, schickte einen Blitz in den Berg, dass dem Teufel Hören und Sehen verging, das Gebirge einen Spalt und die Weser einen Durchfluss bekam.

Das wäre aber kein echter Teufel, der damit schon sein Pulver verschossen hätte. Er fingerte hier nach einem Hügelchen, dort nach einem Felsen, um das Loch sofort wieder zu stopfen. Doch er war wohl schon in die Jahre gekommen, stürzte, und seine schwere Last begrub ihn unter sich. So entstand der Bonneberg bei Vlotho.

Aber was, zum Teufel, hat nun Barkhausen damit zu tun? Wieso haben auch wir uns dem Teufel zu verdanken? Mit Verlaub: Wer so fragt, hat nichts davon begriffen, wie die Portaner links und rechts der Weser zueinander stehen. Ja, glaubt denn jemand ernsthaft, die Barkhauser hätten ein Interesse an der Gründung eines eigenen Dorfes gehabt, wenn sie nicht die Hausberger damit hätten ärgern können? Der liebe Leser wird im Verlaufe der Lektüre dieses Buches noch genügend Gelegenheit haben, den Wahrheitskern dieser Frage bestätigt zu finden. Hier dazu nur soviel: Ohne die teuflische Sabotage hätte der liebe Gott also nicht den Berg gespalten. Na, und wo stände dann heute „unser" Kaiser-Wilhelm-Denkmal? (FF, RK)

Aus „Und der Willem schaute gelassen zu"
Berichte und Anekdoten aus dem bewegten Barkhauser Leben vergangener Tage
von Fritz W. Franzmeyer und Robert Kauffeld

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